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Aupair Agentur Dr. Mona Lietz Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Annika S.
Vermittler/Organisation: Aupair Agentur Dr. Mona Lietz
Stadt: London
Land: England
Zeitraum: August 2005 bis September 2005
Bewertungen:
Familie:  (3.0)
Arbeit/Aufgaben:  (4.3)
Betreuung:  (5.0)
Leben:  (3.3)
Durchschnittsbewertung:  (3.7)
Bericht:
Als ich mich nach dem Abi entschloss, für ein halbes Jahr als Au Pair nach England zu gehen, war ich überrascht, wie schnell mir eine Familie vermittelt werden konnte.
Innerhalb von 2 Wochen stand fest, wohin und wann ich fliegen würde, natürlich hat das Zusammentragen der gesamten Informationen insgesamt etwas länger als 2 Wochen gedauert ;).
Jedenfalls flog ich im Oktober los, um meinen Aufenthalt in einer vierköpfigen Familie in der Grafschaft Surrey anzutreten.
Am Flughafen wurde ich von meinem Gastvater empfangen und wir fuhren die ca. halbe Stunde vom Londoner Flughafen in meinen nun zukünftigen und recht ländlichen Wohnort.
Obwohl ich mich darauf gefreut hatte, am nächsten morgen die Familie kennen zu lernen, traf ich nur kurz auf Mutter und Kinder (6 und 8 Jahre).
Ich frühstückte mit ihnen, dann zeigte mir die Gastmutter die 2 Wäschekörbe mit Bügelwäsche der ganzen Familie, die ich an meinem ersten Tag erledigen sollte und die Familie verließ das Haus für mehrere Stunden.
Noch dachte ich, dass es sich bei dieser Hausarbeit um eine Ausnahme handeln würde, weil mir erklärt wurde, dass sie gerade frisch aus einem zweiwöchigen Urlaub zurück seien, aber ich sollte mich täuschen.
In den kommenden zwei Wochen machte ich morgens vier Stunden lang die Hausarbeit und ich war tatsächlich allein für die Reinigung des Hauses, der Toiletten etc. zuständig.
Jeden Tag verließ meine Gastmutter mit ihren Kindern morgens das Haus und kam irgendwann nachmittags kurz zurück, um dann erneut wegzufahren.
Da das Haus recht abgelegen war, selbst zu dem kleinen Dörfchen mit Bahnstation war es zu Fuß etwa eine halbe Stunde zu gehen, verbrachte ich meine Nachmittage allein und gelangweilt.
In der Gegend gab es zwar angeblich einige Au Pairs, die sich einmal wöchentlich in einem Pub im Dorf träfen, aber dort wurde mir gesagt, dass schon seit etwa 2 Monaten keine Treffen mehr stattfänden.
Abends verbrachte ich dann in der Regel noch eine halbe Stunde mit Hausarbeit und badete die Kinder und machte sie bettfertig.
Ansonsten hatte ich mit der Familie generell wenig Kontakt, weil sie unter der Woche meist außer Haus irgendwelchen Aktivitäten nachgingen und am Wochenende fuhr ich nach London.
Nach ca. 1 Monat beschloss ich dann wieder nach Hause zu fahren, weil mich dieses Leben als \"Putzmädchen\" einfach nicht zufrieden gestellt hat.
Meine Familie war nie unfreundlich, aber mir gegenüber schon reserviert.
Abends ab halb 7 wollten die Eltern \"ihre\" Zeit, das heißt, dass ich mich in mein Zimmer oder ins Computerzimmer zurückziehen sollte und so hatte ich auch abends kaum Gelegenheit Englisch zu sprechen.
Insgesamt war meine Erfahrung als Au Pair eine bittere Erfahrung, die Familie wechseln wollte ich nicht, denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass es dort besser werden würde (dazu muss ich sagen, dass ich an einem Tag am Bahnhof ein anderes Au Pair aus der Gegend getroffen habe, sie kam aus Polen, die mir bestätigte, dass sie in ihrer Familie auch kaum Zeit mit den Kindern, dafür aber viel Zeit mit dem Hausputz verbringt).
Nun bin ich seit etwa einem Monat wieder zu Hause und fliege bald erneut nach England. Diesmal aber nicht als Au Pair, sondern als Praktikantin in einem Betrieb.
Allen, die Au Pair werden wollen, kann ich nur raten:Klärt unbedingt vorher, was und wieviel ihr im Haushalt zu tun bereit seid. Stellt sicher, dass ihr euch hauptsächlich um die Kinder kümmern wollt. Natürlich kommt man nicht an Hausarbeit vorbei, aber die sollte in einem angemessenen Rahmen stattfinden, so wie in einer \"normalen\" Familie auch.
Und habt keine Angst, dass ihr, wenn ihr mal eine Familie ablehnt keine neue findet.
Es gibt so viele Familien, die ein Au Pair suchen.
Ein kleiner Tipp: Da meine Agentur sich nicht besonders um mich gekümmert hat, es gab z.B. keine Au Pair Treffen, wie es andere Agenturen anbieten, versucht es ruhig auch auf eigene Faust eine nette Familie zu finden.
Es gibt im Internet ein paar websites, auf denen das möglich ist.
Also, nach meiner Erfahrung ist eine Agentur nicht unbedingt nötig und man spart Geld und kann auch ohne Agentur eine neue Familie finden etc.
Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht einen Einblick geben, wie ein Au Pair Jahr nicht verlaufen sollte.

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