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Cultural Care Au Pair Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Romina H.
Vermittler/Organisation: Cultural Care Au Pair
Stadt: Beverly Hills
Land: USA
Zeitraum: Juni 2009 bis Dezember 2010
Bewertungen:
Familie:  (6.0)
Arbeit/Aufgaben:  (0.7)
Betreuung:  (6.0)
Leben:  (3.3)
Durchschnittsbewertung:  (4.0)
Bericht:
 
Am 22.06.2009 flog ich mit Cultural Care als Au Pair in die USA. Ich hatte nach langer Zeit des Wartens endlich ein Match bekommen und sollte ein Jahr bei der Familie Wingert in Del Mar/San Diego verbringen.
 
Doch bevor ich überhaupt abflog änderte sich die gesamte Familiensituation meiner Gastfamilie ohne dass ich informiert oder vorbereitet wurde. Mir wurde nur mitgeteilt dass mein „single dad“ am Tag nach meiner Ankunft heiraten wird. Nun flog ich, ohne mit meiner Gastfamilie noch einmal nach dem ersten Telefoninterview gesprochen zu haben, nach San Diego und dort erwartete mich am Flughafen das ehemalige Au Pair der Gastfamilie (keine Spur der Gastfamilie). Sie fuhr mich in das Haus. Dort angekommen ließ sie mich in dem leeren Haus alleine und meinte nur dass mein Gastvater Chris mit seiner neuen Frau Mary, die er zu diesem Zeitpunkt gerade 2 Monate kannte, auf einer Geburtstagsfeier ist.
 
USA – Au Pair – Ankunft – keine Gasteltern – keine Kinder – leeres Haus.
 
Am nächsten Morgen, meinem ersten Tag in San Diego, wurde ich meinem Gasteltern vorgestellt doch die hatten keine Zeit sich um mich zu kümmern, da die Hochzeitsfeier vorbereitet werden musste. Alles was ich bekommen habe, war ein achtseitiger Regelkatalog den ich erst einmal studieren sollte. Ein Regelkatalog inklusiver one-night-stand Regelung (es wurde genau ausgeführt mit wem ich wo Sex haben dürfte z.B. feste Beziehung o.k im Haus, one night stand bei dem Partner).
Am Abend meines ersten Tages, der Hochzeitsfeier, wurde ich zu den Kindern in Spielzimmer gesteckt um die Kinder der Hochzeitsgäste zu unterhalten. Der Gastvater hat sich in der ganzen Zeit in der ich in der Familie gelebt habe, nicht mit mir unterhalten sondern mir nur E-Mails geschrieben. Oder seine deutsche Mutter mit einer Liste von Ermahnungen einmal in der Woche zu mir geschickt. Diese hat mir auch verboten mit Mary über diese Problempunkte zu reden. Mary, die mein Gastvater an Tag meiner Ankunft geheiratet hat, hat noch ein weiteres kleines Mädchen mit in die Ehe gebracht die von der Familie vor den anderen Kindern zur Lieblingstochter ernannt worden ist. Meine Gastmutter Mary ist erst Wochen nach meiner Ankunft komplett im Haus eingezogen. So lebten von einem Tag auf den anderen nicht mehr 3 Personen sondern 6 Personen in dem Haushalt. Die Kinder waren mit der neuen Situation total überfordert. Da hat ein Au Pair keinen Platz gehabt. Ich habe mich an mein LCC gewendet und ihr alle Geschichten genau erzählt die in der Familie mit und während meines Aufenthalts vorgefallen sind (das sind einige!!!). Nachdem mein Gastvater zu guter Schluss auch noch meinem LCC eine Lüge über mich erzählt hat, die zu schlimmen Konsequenzen hätte führen können, entschloss mein LCC mich aus der Familie raus zu nehmen und versprach mir dass sie ganz viele Familien in Del Mar oder Carmel Valley (in direkter Nachbarschaft) für mich haben wird, damit ich nicht in eine andere Stadt ziehen muss.
Nicht eine Stunde hat es nach dem Exit Interview gedauert bis ich zum ersten Mal Stephanie von Cultural Care am Telefon hatte. Sie erklärte mir dass es in ganz San Diego im Moment keine freie Familie geben würde (auf einmal???), aber in Los Angeles gäbe es im Moment eine super Familie die schon 2 erfolgreiche Jahre mit Au Pairs hatte. Da ich von der ganzen Situation sehr eingeschüchtert war und Angst hatte nach Hause zu müssen und sich die LA Familie sympathisch anhörte, sagte ich zu.
 
Nun verabschiedete ich nach 2 Monaten San Diego und die Wingert Familie und zog zu den Cohens in Beverly Hills, Los Angeles. Die ersten Wochen mit der Familie waren sehr positiv. Gemeinsam machten wir viele Familienausflüge, Restaurantbesuche und gemeinsame Fernsehabende. Alle waren damit sehr zufrieden und auch ich war wirklich sehr glücklich.
 
In dem ganzen Haus hingen Bilder eines ehemaligen österreichischen Au Pairs und meine Gastmutter las mir immer E-Mails eines ehemaligen französischen Au Pairs vor. Doch die Familie beschäftigte Au Pairs seit 9 Jahren, sie hatten laufend Au Pairs und nur 2 in den letzten 9 Jahren blieben ein komplettes Jahr. Die 4 Kinder und die Mutter erzählten mir immer sehr gemeine Geschichten über diverse ehemalige Au Pairs und alle lachten gemeinsam. Ich lernte auch meine Vorgängerin Petra kennen sie war gerade mal 3 Wochen in der Familie und immer noch sehr eingeschüchtert. Das tat (und tut) mir sehr leid, da die Gastfamilie sehr beleidigend und respektlos bei mir über sie geredet und gelacht hat. Während meines Bewerbungsgespräches wurden keinen anderen Au Pairs erwähnt bis auf das österreichische und das französische. Ich fing an mich ein wenig zu wundern.
 
Ziemlich in der Anfangszeit in meiner neuen Gastfamilie habe ich am Familienauto den Seitenspiegel abgefahren, doch die Gastfamilie nahm es sehr gelassen und nahm auch die von mir angebotene Entschädigung nicht an.
 
Nach etwa zwei Monaten fing es an, das mich meine Gastmutter sehr oft vor den Kindern anschrie, beleidigte oder sogar gemeinsam mit den Kindern über mich lachte. Die Kinder haben mich ständig sehr verletzend behandelt und von der Mutter Zustimmung erhalten. Ich hielt es einfach für eine schwierige Phase. Doch es hörte nicht auf, sondern wurde immer extremer. Ich wurde auch auf Grund meiner Nationalität beleidigt (die Cohen Familie ist jüdisch). An einem Punkt an dem ich dachte, dass es nicht mehr schlimmer geht, wurde es dann doch noch schlimmer: Ich bin in meiner Freizeit beim Ausparken im Parkhaus an ein anderes Auto gestoßen und habe in das Auto der Familie eine Beule gefahren. Das tat mir schrecklich leid und meine Gastmutter gab mir den restlichen Freitag und das ganze Wochenende frei, da sie meinte jeder bräuchte mal Zeit für sich. Und so verbrachte ich das Wochenende bei meiner Freundin und nahm währenddessen mit meinen zuständigen LCC Nina Kontakt auf um ihr von der angespannten Situation zu berichten. Am Sonntag als ich wieder in das Haus zurückkehrte, bat mich meine Gastfamilie zum Gespräch und teilte mir mit, dass ich gefeuert bin. Als offiziellen Grund gaben sie den Autounfall an, doch später erfuhr ich von dem LCC Nina, dass meine Gastmutter mich einfach nicht mehr mochte und dies als gelegenen Vorwand nahm. Ich dürfe noch zwei Wochen bei Ihnen wohnen, durfte aber nicht das Auto benutzen und muss sofort mein Telefon abgeben.  So bin ich eine Woche in den Hills gesessen und war den Beleidigungen der Familie ausgeliefert (ohne Auto kann man das Grundstück nicht verlassen).
 
Bei dem nächsten LCC-Treffen bat ich mein LCC mich aufzunehmen, da ich nicht länger in diesem Haus wohnen möchte (Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Familienvorschlag). Der LCC Nina erklärte, dass es ihr gerade recht kommt, da sie ihren Job verloren hätte und die 20 Dollar pro Tag, welche sie für ein Au Pair bekommt, gut gebrauchen könnte. Meine Gastmutter hat nicht mehr mit mir geredet und kommunizierte nur noch mit meinem LCC. So erfuhr ich dass meine Gastmutter sich mit meinen LCC über mich lustig machte. Das neue Au Pair der Gastfamilie befand sich bereits im Haus, und musste sich das Zimmer mit einem der Kinder teilen (das Haus hat 7 Schlafzimmer).
 
An einem Dienstagnachmittag erfuhr ich dass ich 2 Stunden Zeit hätte meine Koffer zu packen und zu meinen LCC ziehen würde. Mein Gastvater entschuldigte sich ausführlich über die Respektlosigkeit in seinem Haus und Ihm täte es Leid das er nicht genug positiven Einfluss auf seine Frau und Kinder hätte.
 
Ninas (der LCC) Bruder war zu dem Zeitpunkt gerade im Urlaub und so quartierte sie mich in seinem Appartement ein. Es waren keinerlei Lebensmittel im Haus, und so bediente sich Nina an meinen Einkäufen. Von Ihr habe ich keinen bissen bekommen und sie hatte sich auch Geld von mir geliehen und wie selbstverständlich meine Zigaretten geraucht. (ich habe schon in der 2. transition Woche kein Geld mehr von den Cohens bekommen)
 
Ich hatte nun endlich einen neuen Familienvorschlag in meinen online account doch eine Familie in Virginia mit einen Special Need Kind. Dafür bin ich nicht qualifiziert. Stephanie entschuldigte sich für diesen Fehler. Da ich Kalifornien auf keinen Fall verlassen wollte, stimmte ich zu, im Falle des Falles meinen Rückflug nach München selber zu bezahlen. Über andere LCC´s erfuhr ich, dass in LA täglich neue Familien frei werden, und dass deren Mädchen problemlos neu vermittelt werden. Stephanie wollte darüber nichts wissen. Und Nina war zu sehr damit beschäftigt Party zu machen, zu koksen und sich einen neuen Job zu suchen (ich hatte zumindest noch eine lustige Zeit in Los Angeles). Stephanie gewährte mir noch eine Woche Verlängerung meiner Transitionzeit.
 
Amy ein LCC aus San Clemente suchte nach einen Au Pair für sich selbst, doch nicht um auf Ihren Sohn aufzupassen, sondern um Ihre Büroarbeit zu erledigen. Nina und ich besuchten sie in Ihrer sehr kleinen und vernachlässigten Wohnung. Mir kam das alles sehr komisch vor, da sie auch nicht sagen wollte für welche Firma die Büroarbeiten sind. Noch dazu musste ich die bestellte Pizza bezahlen, da Nina kein Geld dabei hatte.
 
Das alles wurde für mich komischer und komischer. War das alles von Stepahnie geplant um ein Au Pair weniger zu vermitteln zu haben? Ist Cultural einfach nur froh wenn die Kaution einbehalten werden kann und der Rückflug aus eigener Kasse bezahlt wird?  
 
Am folgenden Tag hatte ich tatsächlich ein Match mit einer Familie in Newport…doch am nächsten Morgen war die Familie wieder verschwunden….
 
Nach Ende der 3 Transition Wochen, telefonierte ich mit Stephanie und fragte nach der Newport Familie, sie meinte dass die Familie noch nicht reif für ein Au Pair wäre. Ich vereinbarte mit Ihr eine weitere Woche, da sie wusste das kommende Woche neue Familien frei werden würden. Voraussetzung war, dass ich nicht weiter bei Nina wohnen dürfte (wahrscheinlich wollten sie Nina nicht weiterhin für mich bezahlen), sondern bei einem Freund einziehen sollte. Sie erwähnte auch, dass sie mich noch am selben Nachmittag mit einer Familie in Santa Monica matchen würde….doch das ist nie geschehen.
 
Am letzten Morgen in dem von Nina zu Verfügung gestellten Appartement stand morgens plötzlich ein fremder Mann vor meinen Bett und ich bin natürlich zu Tode erschrocken. Doch es war Ninas Bruder der früher aus dem Urlaub zurückgekehrt war und nicht wusste das ich in seinem Appartement wohnte. Leider war Nina nicht ansprechbar, da sie verkatert in ihrem Bett lag.
Da ich es nicht so genau nahm, ob ich im Hostel oder bei einem Freund bleiben sollte, zog ich ins Hostel, zahlte für eine Woche, und schrieb Stephanie die Anschrift des Hostels. In derselben Nacht erhielt ich eine E-Mail von Stephanie das ich meinen Flug nach Hause buchen sollte. Am nächsten Tag, den 08.12.09 flog ich nach Hause und ich habe nie wieder auch nur ein Wort von Cultural Care gehört!
 
Das ist mein „Jahr“ mit Cultural Care.
 
Im Februar 2010 musste auch Ludmilla das neue Au Pair der Cohen Familie, nach nur 2 Monaten die Familie verlassen…es war ihre 3. Familie.

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