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Arbeit mit den Kindern einer Randgruppe Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Eva Maria K.
Arbeit/Aufgabentitel: Arbeit mit den Kindern einer Randgruppe
Stadt: Jhalawar
Land: Indien
Vermittler/Organisation: PRAKTIKAWELTEN - Freiwilligenarbeit, Work & Travel und Praktika weltweit
Zeitraum: Oktober 2008 bis Januar 2009
Bewertungen:
Arbeitsinhalte:  (1.0)
Arbeitsbedingungen:  (1.7)
Leben:  (1.3)
Bezahlung:  (1.0)
Nutzen/Fun:  (1.0)
Durchschnittsbewertung:  (1.2)
Bericht:
Die Zeit im Projekt war unglaublich interessant. Wir haben mit den Kindern Aufwärmübungen gemacht, ein bisschen Englisch und Mathe unterrichtet (Alphabet, Zahlen, Vokabeln zu verschiedenen Themen, Lieder und Spiele).

Es war sehr schön und die ganz normalen und alltäglichen Momente mit den Kindern haben fast immer unglaublich viel Spaß gemacht. Und wir bekamen auch mit, wie die Einheimischen auf uns helfende Weißen reagieren! Einmal kam eine Frau, die uns alle umarmte und zum ersten Mal in ihrem Leben Fremde sah. Wirklich beeindruckend!

Es war eine riesige Erfahrung, die ganz andere Lebensart der Menschen zu sehen, denen es oft sogar an dem allernötigsten, für uns normalen, Dingen fehlte.

Die Landschaft und alle Einheimischen waren so super, dass ich Indien wirklich geliebt habe, den Flug umgebucht habe, um noch reisen zu können und auf jeden Fall zurückgehen will. Aber die Unterdrückung, Gewalt und alle "veralteten", aber trotzdem noch gelebten Traditionen kann man nicht als "sehr gut" zusammenfassen....

Da das Camp in einer kleinen Stadt auf dem Land war, bestand die Freizeit unter der Woche nur aus Aktivitäten, für die wir nicht viel mehr als uns selbst brauchten ;) wie lesen, Filme gucken, reden, auf dem Dach sitzen... in der Stadt gab es einen Basar und ein Fort, wo wir einkaufen oder spazieren gingen, sehr nett, aber oft machte man das dann irgendwie doch nicht ;)..
Wir haben oft Wochenendtrips in größere Städte geplant, für die wir Freitagabends mit einem Bus bis zu 10 Stunden gefahren sind, dann den Samstag und halben Sonntag Zeit für Besichtigungen, Einkaufen (hier gab es immer die Sachen, die unser Basar nicht hatte), ausgehen hatten dann in der Nacht auf Montag wieder zurück in das Camp gefahren sind.
An den Wochenenden hatten wir manchmal kleine Partys im oder auf dem (Dach!) Camp.


Es gab so viele lustigste und schönste Momente in Indien…
Es war immer sehr schön, wenn ich kleine Dinge verändern konnte und die Dankbarkeit der Menschen sah... oft, wenn Eltern in die Stadt oder auf das Feld gegangen sind, ließen sie die weinenden Kleinkinder zurück- und wenn diese dann auf den Arm zu nehmen, ihnen vorzusingen und sie dann teils mit weinen aufhörten, mir zuhörten und auf meinem Schoß einschliefen, war das einfach nur wunderschön! Ansonsten, hm... lustige und schöne Momente? Wir feierten mit Einheimischen Diwali, das hinduistische Lichterfest und die indische Hochzeit der Tochter unserer Haushälterin! Diese war viel länger und noch traditioneller als erwartet..!

Humor braucht man oft, irgendwann wurden auch die Momente, die mich in Deutschland noch sehr nervös hatten werden lassen, nur noch lustig! Es war schon irgendwie eine Art Gehirnwäsche, toleranter und anspruchsloser zu sein!
Als ich einen Flug umbuchen wollte, aber zwei mal nacheinander Stromausfall und einen Seitenladefehler hatte und mich dann entschied, einfach die Strecke in einer Woche mit dem Bus zu fahren, war das schon sehr indisch!


Die Reiseunterlagen von Praktikawelten waren sehr informativ, machten außerdem viel Vorfreude und waren leicht zu lesen, da sie so nett geschrieben waren! Die Betreuung vor Ort war super! Der Manager im Camp, der Übersetzer und die Köchin waren immer da, sie waren einerseits total lustig und haben wirklich alles noch so verrückte mitgemacht, die Köchin wurde oft mit einer Mutter und der Übersetzer mit einem Bruder verglichen, andererseits erklärten sie uns alles über die indische Kultur und halfen uns sehr dabei, unsere Ideen umzusetzen. Die Einführung im Camp direkt war wirklich gut.


Auf jeden Fall war es eine gute Entscheidung nach Indien zu gehen! Ich habe so viel Neues gelernt, was mich ganz sicher weiter gebracht hat und ich niemals vergessen werde! Die ganz andere Lebensart der Inder zu sehen, die mit so viel weniger als wir auskommen (müssen) und selber für einige Monate auf westlichen Komfort zu verzichten, hat mir auf jeden Fall gezeigt, was wirklich nötig ist und eigentlich reicht und was dann nur noch Luxus ist. Das hat mich immer wieder dazu gebracht, Verhältnisse und Gewohnheiten sowohl im Westen, als auch von Indien in Frage zu stellen. Und natürlich auch wert zu schätzen.

Ich habe Freunde in anderen Ländern gefunden, die ich im Sommer wieder treffen werde und ich habe so unglaublich viel gesehen und erlebt!
Ich habe mich auch selber besser kennen gelernt und die schönen kleinen Momente so zu genießen und vor allem in einer ganz anderen, neuen und fremden Kultur fern von den Menschen und Gewohnheiten selbstständig zu hause zu leben und einen neuen Alltag zu haben- und zu sehen, dass es kein Problem ist, sondern ich am Ende noch da bleiben wollte und mich jetzt wieder im Heimatland nach Indien zurücksehne!

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