Portal für Bildung und Karriere im Ausland
Statistik, 17.05.2012
203 Länder, 3062 Städte
376 Agenturen & Anbieter
5079 Angebote, 367 Erfahrungsberichte
Sie sind hier: Home > Erfahrungen > Studium im Ausland > England > University of Liverpool
Über uns | Agenturen & Anbieter | Werbung | Presse | Partner | Impressum

University of Liverpool Erfahrungsbericht

<< zurück
Erfahrungsbericht von Dominik D.
Hochschule: University of Liverpool
Stadt: Liverpool
Land: England
Studiengang: Raumplanung
Studienart: Semester
Vermittler/Organisation: College-Contact.com
Zeitraum: Februar 1998 bis Juni 1998
Bewertungen:
Studieninhalte:  (3.0)
Studienbedingungen:  (3.3)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.7)
Kosten:  (2.0)
Nutzen/Referenz:  (1.0)
Durchschnittsbewertung:  (2.1)
Bericht:
Liverpool macht auf den ersten Blick einen recht schockierenden Eindruck. Die Stadt wird ihrem Ruf durchaus gerecht. Baulich reizvolle Gebäude oder Gegenden muß man suchen; aber man findet sie. Liverpool erschließt sich erst bei näherem Hinsehen. Man braucht ein wenig, bis man die schönen Nischen entdeckt hat, aber dann entfaltet die Stadt einen unbestechlichen Charme. Sicher ist die Stadt nicht für jedermann etwas, aber wer offen für neue Erfahrungen ist und das beste Nachtleben Englands kennenlernen will, der kommt an Liverpool nicht vorbei. Dazu kommt noch eine einmalige Umgebung, vom Lake District angefangen bis hin zu Nordwales und Yorkshire. Wer ein Auto zur Verfügung hat, sollte sich die Landschaften nicht entgehen lassen. Nach diesem halben Jahr in England bin ich großer Fan dieses Landes geworden, und werde mit Sicherheit bald wieder dorthin gehen.

Das Studium ist sehr mit dem in Dortmund zu vergleichen, wobei das Niveau deutlich unter dem in Dortmund ist. D.h., für Studierende, die ein Vordiplom in Raumplanung o.ä. gemacht haben, ist das Studium inhaltlich keine Überforderung. Für Studierende anderer Fachrichtungen kann das Studium viele neue Aspekte von Planung vermitteln. Für Englisch-Unkundige werden Sprachkurse angeboten, über die man meist auch gute Kontakte zu anderen ausländischen Studierenden erhält. Das Studium ist als zweijähriges Masters-Studium angelegt, das man mit dem Master of Planning abschließt. Wir konnten alle uns interessanten Kurse – unabhängig vom Studienjahrgang – besuchen. So hatten wir Kontakt zu beiden Jahrgängen. Das Department ist sehr klein (ca. 30 Studierende). Man konnte in allen Kursen benotete Scheine machen. Ich habe ein Projekt und einen Entwurf (beides mit Harburg vergleichbar!) benoten lassen. Weiterhin habe ich mehrere Seminare besucht, die ich nur sporadisch besucht habe, und dort auch keine Arbeiten abgegeben habe. Die Seminare laufen ähnlich ab wie in Harburg. Z.T. Ein-Mann-Veranstaltungen, meist aber mit Diskussion, Rückfragen und Referaten. Ich habe nur wenig belegt, da zum einen die Anerkennung (die vom Programm schriftlich zugesichert ist) de facto sehr umständlich und kompliziert ist. Ich habe mich aber von vorne herein nicht mit Arbeit zu sehr belasten wollen, da mir in der kurzen Zeit meines Aufenthaltes die Sprache und Kontakte wichtiger waren als Scheine sammeln. So habe ich mir nichts anerkennen lassen. Von deutscher Uniseite wurde auch kein Nachweis über erbrachte Studienleistungen verlangt. Vielmehr wurde unsere Praxis unterstützt. Dennoch hatte ich gut zu tun, und habe in das englische Planungssystem schnuppern können. Sicherlich hätte mehr Arbeit auch mehr eingebracht; für strebsame Zeitgenossen muß aber bei Ernst nehmen aller Kurse und Ausarbeitung aller Aufgaben mit hohem Zeitaufwand gerechnet werden. In der Regel werden Scheine mit Referaten, Hausarbeiten, Projektberichts- bzw. Entwurfsabgaben erlangt. Die Studienmöglichkeiten vor Ort müssen als hervorragend bezeichnet werden. Neben Bibliothek und einer sehr persönlichen Betreuung durch Profs existieren zahlreiche Computerarbeitsplätze, bei denen die Plätze in Deutschland eher mit Steinzeitmaschinen zu vergleichen sind. Die Unterstützung durch Profs war stets sehr persönlich, kompetent und herzlich. Der Kontakt zu den englischen Studenten war sehr eng und freundschaftlich. Das Studium war ehemals in Trimester aufgeteilt; die Umstellung erfolgte erst vor kurzem, so daß eigentlich noch eine inhaltliche Trennung in zwei Teile erhalten geblieben ist. Über Ostern gibt es eine dreiwöchige Pause, ehe das Semester Mitte Juni aufhört.

Meine Erfahrungen in meiner Zeit in Liverpool waren durchweg positiv. Wichtige Unterstützung waren die vielen Freunde und der unkomplizierte Umgang. Als einzig negativ ist zu bewerten, daß die Zeit nach 4 ½ Monaten schon vorbei war. Ich rate jedem, den Kontakt zu den "Einheimischen" zu suchen, um Land und Leute, Gewohnheiten, das englische Essen, den Dialekt, etc. kennenzulernen. So sollte man auf jeden Fall mit Engländern zusammen wohnen. Leider habe ich mehrere Leute getroffen, die sich nie richtig wohl gefühlt haben, da sie entweder nicht die englische Lebensweise akzeptiert hatten oder durch feste Bindungen in Deutschland ihre Zeit nicht wirklich genießen konnten (also: fahrt solo ins Ausland!!).

Eigenen Erfahrungsbericht abgeben