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University of Sussex Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Benjamin M.
Hochschule: University of Sussex
Stadt: Brighton
Land: England
Studiengang: Physik
Studienart: Semester
Vermittler/Organisation: College-Contact.com
Zeitraum: Oktober 2000 bis Juni 2001
Bewertungen:
Studieninhalte:  (1.0)
Studienbedingungen:  (1.7)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.0)
Kosten:  (4.0)
Nutzen/Referenz:  (1.3)
Durchschnittsbewertung:  (1.7)
Bericht:
Die Uni Sussex verfügt über eine sehr gute Bibliothek. Man findet dort sowohl viele Bücher als auch viele Ruhezonen, in denen nicht gesprochen werden darf und wo man gut lernen kann. Man findet immer einen freien Platz. Die Computerausrüstung der Uni ist ebenfalls gut. In allen Gebäuden sind insgesamt etwa 470 PCs, die für Studenten zugänglich sind. Da es aber 15 000 Studenten gibt, muss man doch ab und zu kurz anstehen, jedoch kaum länger als 15 Minuten und in der Regel nur an bestimmten Tageszeiten. Etwa 100 PCs sind rund um die Uhr zugänglich. Alle PCs beihalten die wichtigen Programme wie Word, Excel, Powerpoint, Access, Matlab, Maple u. a. und haben natürlich Internet.

Die Stadt macht einen etwas größeren Eindruck als Freiburg. Als markante Eigenschaften von Brighton sind folgende zu nennen. 1. Die Lanes und North Lanes. Das sind zum großen Teil Fußgängerzonen, in denen man durch schmale Gassen, um verwinkelte Ecken an Läden aller Art vorbeigeht. Am Anfang kommt man sich stellenweise vor wie in einem Labyrinth, was total Spaß macht und beeindruckend ist. 2. Die Seafront. Sie ist natürlich in den Frühlings- und Sommermonaten besonders beliebt, um am Kieselsteinstrand die Sonne untergehen zu sehen oder an einer der Strandbars einen Kaffee zu trinken. Das Meer ist aber auch im Juni noch zu kalt zum Baden. 3. Die Parks. Es gibt einige Grünflächen in der Stadt, die aber alle nicht total zentral liegen. Die Uni Sussex ist am Stadtrand praktisch komplett von Wald und Wiese umgeben. Dort hat man sicher genug Natur. 4. Der Brighton Pier. Er stellt ein kleinen ganzjärigen Rummelplatz dar, der auf einem breiten Steg etwa 200 m ins Meer hinausragt. 5. Kneipen und Clubs (=Discos). Brighton besitzt die meisten Pubs und Clubs pro Einwohnerzahl in ganz England. Das fällt schon an der Seafront auf. Ein Club am anderen, die (wenn es warm genug ist) tags zu Strandbars umfunktioniert sind. Man muß dazu sagen, dass alle Kneipen in England um 23:00 Uhr schließen. Clubs schließen generell um 2:00 Uhr nachts. Diese Regelung war schon manchmal etwas lästig.

Was die Kurse (Vorlesungen, Seminare, Praktika) angeht, die man belegen will, so hat man nicht extrem viel aber schon ein paar Möglichkeiten sich was auszuwählen. Wer als Nebenfach oder Spezialgebiet Astronomie machen will, findet bestimmt was. Betrachtet man nur Kurse in Physik und nur solche, die sich auch sicher lohnen, so ist die Auswahl nicht besonders reichlich. Trotzdem konnte ich mir eine Kombination zusammenstellen, die ich, evt. mit Ausnahme von „Condensed State Physics“, so ähnlich wieder wählen würde. Die Kurse, die ich gehört habe, waren

Alle Gebäude der Uni befinden sich auf einem Campus, ca. ein km² groß, am nördlichen Stadtrand gelegen bzw. schon knapp außerhalb der Stadt. Es kommen also Studenten aller Fachrichtungen an einem Ort zusammen. Das fand ich interessant. Es gibt eine gute Busverbindung und Fahrradfahren ist allgemein sehr beliebt. Es gibt an vielen Straßen extra Fahrradspuren. In die Innenstadt braucht man mit dem Bus und genauso mit dem Fahrrad, wenn man zügig fährt, etwa eine halbe Stunde. Gebrauchte Fahrräder, die man nach einem Jahr weiterverkaufen kann, sind leicht und günstig erhältlich. Man kriegt was Brauchbares bereits für 30 £. Ich wußte das vorher nicht und brachte mein eigenes Fahrrad mit, was nicht notwendig gewesen wäre. Ein Zimmer kann man sowohl über die Uni im Wohnheim kriegen oder selbständig auf dem freien Markt suchen. Wer sich im Vorfeld für ein ganzes akademisches Jahr anmeldet, hat große Chancen, einen Wohnheimplatz zu bekommen. Ob man nach einem halben Jahr, also nach zwei Terms schon frühzeitig wieder gehen will, kann man sich während des Aufenthalts noch überlegen. Auch wenn eine plötzlicher Abbruch des Aufenthalts von den zuständigen Leuten ungern gesehen wird und sie vielleicht eine Begründung hören wollen, würde ich diesen Weg gehen und mich am Anfang auf jeden Fall für das ganze Jahr anmelden. Man zählt dann als Vollzeit-Student und hat es in der Bürokratie einfacher. Was die Wohnheime betrifft, so gibt es ganz unterschiedliche Varianten, die man sich leider nicht selber aussuchen kann. Man wird zugeteilt. Zunächst gibt es Wohnheime auf dem Campus und in der Stadt mit Einzel- und Doppelzimmern. Campus und Stadt haben beide Vor- und Nachteile. Ich wohnte auf dem Campus in einem Einzelzimmer und fand das auch am besten. Man ist zwar von der Stadt weg, aber im Unialltag ist das doch angenehmer. Gewöhnungsbedürftig könnte sein, daß fast nur Ersties ins Wohnheim ziehen und man als Austauschstudent vier Jahre älter ist als die meisten Mitbewohner. Die Einzelzimmer haben schätzungsweise zwischen 8 und 13 m² und befinden sich in 5er bis 12er WGs. Ich hatte 8 m² in einer 12er WG, was teilweise laut, oft aber wirklich witzig war. Es gab zwei Duschen, zwei Klos und jeder hatte sein eigenes zum Zimmer gehörendes Telefon. Das billigste Wohnheimzimmer kostet mit allem 52 £ wöchentlich ! Das sind etwa 350 Euro monatlich. Es ist gleichzeitig das billigste Zimmer auf dem ganzen Markt. Andere Wohnheimzimmer übertreffen das noch um einen Faktor 1,3. Auf dem freien Markt findet man, wie ich mitgekriegt habe, praktisch nichts unter 70 £ (wöchentlich) mit allem. Einkaufen kann man in drei kleinen „Tante-Emma“ Lädchen auf dem Campus oder in Supermärkten in der Stadt. Zu dem billigsten Supermarkt „Asda“ fuhr zu meiner Zeit ein Bus zwei mal wöchentlich, bei dem jeder umsonst mitfahren konnte. Das hatte ich nur zufällig mitgekriegt, weil es komischerweise nicht offiziell angekündigt war. Allgemein kann ich sagen, dass das einheimische englische Essen zwar ab und zu ganz gut ist, aber auf Dauer nicht ausgehalten werden kann. Das ist kein Problem, da man natürlich auch südeuropäisches Essen und andere Standardsachen wie Spaghetti o.ä. im Supermarkt kriegt. Brot ist die einzige Ausnahme. Wohin man auch geht, man findet nur den gleichen weißen bis hellbraunen Toast. Ein Vollkornbrot gibt’s nicht mal in Büchern. Entweder im Wohnheim oder im Waschsalon auf dem Campus kann gewaschen werden

Brighton ist ein Ort, an dem man sich ein Jahr bestens vergnügen kann. Sowohl Uni als auch Stadt haben mir zugesagt. Der einzige wirkliche Nachteil an England sind die hohen Preise. Man zahlt deutlich mehr als in Deutschland und bekommt dann oft noch qualitativ schlechtere Sachen. Das beste Beispiel hierfür ist das Wohnen. Braucht man in Deutschland 500 Euro monatlich für alles, so sind es in England halt 750 Euro oder noch mehr, wenn man oft abends ausgeht. Für Reisen irgendwo durch England lohnt es sich, möglichst früh sowohl die Coachcard als auch die Railcard zu kaufen, um verbilligt Bus und Zug fahren zu können. In Sachen Uni und Freizeit hat Brighton was zu bieten, wie oben beschrieben. Wenn Du die Möglichkeit hast, nach Brighton zu gehen, würde ich nicht zögern. Jeder kann auf seine Kosten kommen. Genieß’ das Jahr. Es ist was Besonderes.

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