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University of Kuopio Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Melanie H.
Hochschule: University of Kuopio
Stadt: Kuopio
Land: Finnland
Studiengang: Marketing
Studienart: Semester
Vermittler/Organisation: College-Contact.com
Zeitraum: August 2004 bis Dezember 2004
Bewertungen:
Studieninhalte:  (1.7)
Studienbedingungen:  (1.3)
Leben:  (1.3)
Fun:  (1.0)
Kosten:  (2.7)
Nutzen/Referenz:  (1.7)
Durchschnittsbewertung:  (1.6)
Bericht:
Noch in Deutschland konnte man merken, wie gut die Organisation des International Office der Universität Kuopio funktioniert. Man bekommt immer ein freundliches Wort zu hören und kompetente Hilfe angeboten. Es war auch kein Problem, eine Unterkunft zu finden. Wenn man sich früh genug darum kümmert, bekommt man auf jeden Fall ein Zimmer in einem der Studentenwohnheime (www.kuopas.fi). Die Zimmer und Wohnungen sind nicht gerade luxuriös oder besonders schön, aber für ein paar Monate ist es dort gut auszuhalten. Eine super Sache ist außerdem für diejenigen, die einen Laptop dabei haben, dass man in jedem Wohnheim Internet beantragen und zwischen verschiedenen Flatrates auswählen kann.
In den WG’s der Wohnheime wohnen meist mehrere Austauschstudenten zusammen und so ist es wieder sehr einfach, mit anderen „Ausländern“ in Kontakt zu kommen. Um jedoch mehr mit Finnen in Kontakt zu kommen, wird das „Finnish Friendship Family“-Programm angeboten. Man wird mit einer Familie aus Kuopio zusammengebracht und bei gegenseitiger Sympathie kann man viel gemeinsam unternehmen.

Die Uni (www.uku.fi/english/) ist eine Campus-Universität und liegt mit ihren verschiedenen Gebäuden - wie sollte es in Finnland und speziell in Kuopio anders sein - an einem großen See. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ist recht klein und neu. Vorlesungen werden in kleinen Klassenräumen gehalten: Studieren in Schulatmosphäre statt in überlaufenen Vorlesungen. Das Mitdiskutieren ist überall erwünscht oder sogar Pflicht. Als Austauschstudent muss man für einen Kurs dort etwas mehr tun als hier, was auch daran liegt, dass in PB pauschal nur 2 credit points pro Kurs angerechnet werden, obwohl dieser 4,5 oder sogar 6 ECTS erbringt. Gut war jedoch, dass man sich Kurse aussuchen konnte, die mit so genannten book exams oder working papers abschließen und während des gesamten Semesters möglich sind. Durch dieses System ballt sich das Lernen nicht so auf das Ende des Semesters, sondern Prüfungszeit ist das ganze Semester über. Insgesamt ist das Studieren in Finnland anders, aber auf keinen Fall schlechter. Kurse mit Vorlesungen und anschließender Klausur am Ende des Semesters sind dort eher selten. Ich habe mich viel mit englischsprachigen Büchern beschäftigt und musste mir so das Wissen selber aneignen statt in langweiligen Vorlesungen vom Stoff berieselt zu werden.
Besonders angenehm war die offene und freundschaftliche Beziehung zwischen Professoren und Studenten. Wenn man Fragen hat, muss man sich nicht an Sprechstunden-Zeiten halten, son-dern ist immer willkommen und bekommt dadurch viel schneller Hilfestellung bei einem Problem. Und finnische Studenten dürfen die Professoren sogar duzen.
Wer sich im Hauptstudium auf Marketing spezialisiert hat, kann aus vielen Kursen in englischer Sprache auswählen, alle anders spezialisierten Studenten haben es da etwas schwerer. Wer allerdings sofort am Anfang des Hauptstudiums das Auslandssemester macht, hat beste Möglich-keiten, für ABWL und AVWL sowie Winfo passende Fächer zu finden.

Von Langeweile war in den ganzen 4 Monaten nie die Spur, es gab immer genügend wenn nicht sogar zuviel zutun. Das liegt zum Teil an der KISA. Diese Organisation für internationale Studenten gibt wirklich ihr bestes, um bloß keine Langeweile unter den exchange students aufkommen zu lassen und organisiert ständig Ausflüge und Aktivitäten. Z.B. wurden ein Bowling-Abend, eine Halloween-Party, finnische Filme und eine Fahrt nach St. Petersburg angeboten. Privat haben wir auch jede Menge Reisen unternommen und dabei Turku, Stockholm, Oulu, Helsinki, Tallin und Lappland gesehen. Schon alleine wegen dieser Reisen hat sich die Zeit im Ausland sehr gelohnt!

Zu den Finnen kann man sagen: Sie sind anders! Viele werden die Finnen vielleicht für unfreundlich halten, wenn sie z.B. im Fahrstuhl nicht grüßen oder allgemein nicht soviel reden. Das hat aber nichts mit Unfreundlichkeit zutun, sondern ist einfach der schüchternen und zurückhaltenden Art der Finnen zuzuschreiben. Über die unterschiedlichen Sitten und Charaktereigenschaften der Finnen und anderer Kulturen lernt man viel in der Orientation Week, die man auf jeden Fall besuchen sollte. Die meisten Finnen, die ich kennen gelernt habe, sind sehr nette und hilfsbereite Menschen. Finnen sprechen sehr gut Englisch, was unter anderem an englischsprachigen Fernsehprogrammen mit finnischen Untertiteln liegt.

Es war sehr interessant das Studentenleben und die kulturellen Unterschiede eines so nah gelegenen Landes kennen zu lernen. Für meine persönliche Weiterentwicklung waren die 4 Monate sehr wichtig – ich habe vieles gelernt, was man an keiner Uni und in keiner Schule lernen kann! Die Erfahrungen, die ich in der Zeit gemacht habe, werde ich nie vergessen, und deshalb kann ich jedem, der noch Zweifel hat, nur empfehlen ein Auslandssemester zu absolvieren – egal wo, aber besonders natürlich in Kuopio!

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