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Northern Arizona University Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht von Anselm V.
Hochschule: Northern Arizona University
Stadt: Flagstaff
Land: USA
Studiengang: diverse
Studienart: Semester
Vermittler/Organisation: College-Contact.com
Zeitraum: Januar 2001 bis Januar 2002
Bewertungen:
Studieninhalte:  (1.3)
Studienbedingungen:  (1.3)
Leben:  (1.0)
Fun:  (1.7)
Kosten:  (3.3)
Nutzen/Referenz:  (2.3)
Durchschnittsbewertung:  (1.8)
Bericht:
NAU ist die kleinste der Arizona Universitäten. Es gibt die Möglichkeit einen Master – Abschluss dort zu machen, aber die jedes Semester gibt es vielleicht einen graduate Kurs den man belegen kann. Das Master Programm wird in Kooperation mit den beiden anderen großen Universitäten, University of Arizona und Arizona State University angeboten, was heißt, dass diese Kurse „web-based" sind, die Vorlesung also in Form von Webinhalten vorliegt. Für Studenten, die direkt nach dem Vordiplom stehen, werden durchaus interessante Kurse angeboten. Ich habe Kurse über Compiler, Rechnerarchitektur, Algorithmen, Hardwaredesign mit Hardwarebeschreibungssprachen (VHDL) und Bildverarbeitung belegt. Das wichtigste ist aber die so genannte „Design 4 Practice" Sequenz. Dies sind Kurse, die die Studenten auf die Arbeitswelt vorbereiten sollen. Es gibt drei Stufen von denen die ersten beiden mit unserem Softwarepraktikum vergleichbar sind. Die letzte Stufe, das „Capstone-Project" erstreckt sich über ein Jahr und Studententeams arbeiten an Projekten die von Industriepartnern der Uni gestellt werden. Es handelt sich also um Produkte die tatsächlich eingesetzt werden und die Studententeams interagieren mit der Firma, in unserem Fall Lockheed-Martin, die in Phoenix präsent sind. Dieses Projekt war sehr lohnend, da unter ständiger Aufsicht ein Produkt mit realen Designmethoden, was Projekt-Management einschließt, entwickelt wurde. Viel Arbeit führte aber dann auch zu tollen Erfolgserlebnissen. Überhaupt kann man sagen, dass alle Kurse viel praktischer und weniger theoretisch als ich Deutschland waren und sich bis auf den Rechnerarchitektur-Kurs sich auch alle gelohnt haben.

Das Gebiet in der NAU liegt ist eine Sehenswürdigkeit. Im Vergleich zu den Universitäten in Phoenix und Tucson ist das Klima verträglich, an UofA und ASU wird es so heiß dass man es nicht mehr aushalten kann, alle Arten von Outdoor-Sport sind möglich. Die besten Biking und Hiking Trails die ich je gesehen habe und die wohl zu den besten in der Welt gehören, der Grand Canyon ist 2 ½ Stunden mit dem Auto entfernt. Flagstaff liegt um einiges höher als der Rest Arizonas der vor allem aus Wüste besteht und ist umgeben von Wäldern und Bergen in denen auch ein Skigebiet liegt. Klettern ist auch sehr beliebt. Generell ist ein Aufenthalt schon wegen der großartigen Landschaft und den Sportmöglichkeiten lohnend. In Flagstaff ist ein Fahrrad ausreichend, wenn man keine Touren nach Kalifornien oder Las Vegas unternehmen will. Vorausgesetzt natürlich, dass man bereit ist auch im Schnee zu fahren. Ansonsten gibt es preiswerte Taxis.

Alle meine Kurse hatten höchsten um die 15 Studenten. Dies führte zu einem sehr engen Verhältnis zu den Professoren, was sich als sehr gut erwies. Zusätzlich werden unzählige Sportkurse angeboten. NAU verfügt über ein Höhentrainingszentrum und unzählige andere Möglichkeiten jede Art von Sport zu betreiben. Es werden Kurse und Touren angeboten.

Es ist meiner Meinung nicht empfehlenswert, sich in den „Dorms" einzuquartieren. Das sind die Studentenwohnheime in denen man sich meistens auch ein Zimmer mit anderen teilen muss. Um den Campus herum gibt es Apartment- Komplexe, zum Beispiel „Lumberjack Hill", in dem ich gewohnt habe, die etwas teurer sind, aber dafür selbstständiges Wohnen bietet, wie man es in Deutschland gewöhnt ist.

Insgesamt hat sich der Austausch sehr gelohnt. Das International Office ist gut besetzt und immer hilfsbereit. Das das Studienprogramm den Schwerpunkt auf Praxis und perfekte Arbeit legt, war für mich eher ein Vorteil, da ich dieses aus Deutschland nicht kannte. Nicht zuletzt gehört die Gegend zu einer der aufregendsten, die ich je kennen gelernt habe. Die Preise sind generell höher, fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Man braucht auf jeden Fall eine Kreditkarte und wenn man in den USA kein Konto eröffnen will, wer ein Konto bei der Deutschen Bank hat, kann in Flagstaff, bei der „Bank of America" umsonst Geld ziehen. Das hat für mich gereicht.

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