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Statistik, 27.05.2012 203 Länder, 3081 Städte 379 Agenturen & Anbieter 5082 Angebote, 367 Erfahrungsberichte |
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Wir organisieren alles Nötige!“ - „Immer einen Ansprechpartner an Ihrer
Seite haben!“ - „Keine versteckten Kosten!“ - „Bei uns sind Sie in
guten Händen!“
Diese und andere Slogans verwenden viele der Agenturen, die euch einen
Work and Travel-Aufenthalt im Ausland vermitteln können. Und im Grunde
haben sie ja auch Recht. Hat man sich einmal mit einer Agentur in
Verbindung gesetzt und einen Blick in einen der zahlreichen
Angebotskataloge geworfen, ist beinahe für jeden ein passendes Work and
Travel-Programm zu finden. Hat man sich dann schließlich entschieden,
wann man für wie lange in welches Land reisen möchte, ist einem
umgehend beinahe jede organisatorische Last von den Schultern genommen.
Die Vermittler kümmern sich um die entsprechenden Visa, sie buchen euch
einen Flug, bieten vor Ort eine Einführungsveranstaltung an und suchen
euch für die ersten Tage eures Auslandsaufenthaltes noch eine
bezahlbare Unterkunft. Außerdem sind sie ständig mit einem
Ansprechpartner vor Ort, den ihr bei Fragen und Problemen kontaktieren
könnt.
Keine üble Sache könnte man meinen. Doch natürlich übernehmen die
Agenturen diese Arbeit nicht aus reiner Nächstenliebe. Auch sie möchten
Geld verdienen und die Gebühren, die in einigen Fällen für die
Vermittlung eines solchen Work and Travel-Aufenthalts verlangt werden,
sind astronomisch. Mit einem Kostenaufwand von bis zu 4000 Euro sind
viele junge Leute bereits zu Beginn überfordert. Und dabei lässt es
sich ja leider auch nicht bewenden. Zudem muss noch das Geld für das
Leben an sich aufgebracht werden, denn nur durch die befristeten
Gelegenheitsarbeiten lässt sich der Lebensunterhalt im Ausland kaum
finanzieren. Ihr benötigt verschiedene Unterkünfte, wollt das Land
bereisen, möchtet essen und trinken und außerdem unterschiedliche
Erfahrungen sammeln, die in den seltensten Fällen umsonst sind. Bedenkt
nur einmal, dass eine Raftingtour in den Stromschnellen Kanadas bis zu
150 CN$ kosten kann. Ihr wisst selbst, wie schnell man in seiner
Freizeit das sauer verdiente Geld wieder los ist.
Um Geld zu sparen, organisieren sich viele Leute ihre Work and
Travel-Reise auf eigene Faust. Sie recherchieren schon von zu Hause
aus, welche Route sie durch ihr gewähltes Land nehmen wollen, in
welchen Bereichen sich am einfachsten Arbeit finden lässt und was die
günstigsten Unterkunfts- und Transportmöglichkeiten sind. Natürlich
erfordert dieses Vorgehen eine gewisse Portion an Eigeninitiative und
Organisationstalent. Man muss wissen, wo man suchen soll. Aus diesem
Grund ist die Selbstorganisation auch nicht für jede Person geeignet.
Im Folgenden möchten wir euch einmal die Vor- und Nachteile der
jeweiligen Organisationsform aufzeigen, damit ihr am Ende für euch eine
Entscheidung treffen könnt: Machen oder machen lassen?
Vorteile der Organisation durch einen Vermittler
In den letzten Jahren hat sich das Work and Travel-Reisen unter den
jungen Leuten immer stärker verbreitet. Bestimmt hat auch schon jemand
aus eurem Bekanntenkreis das Abenteuer gewagt und ist für eine längere
Zeit in einem fremden Land auf große Reise gegangen. Kein Wunder, dass
man sich nach der Rückkehr des Bekannten und den größtenteils positiven
Erzählungen fragt, ob man den Schritt nicht auch selbst wagen soll.
Mittlerweile gibt es alleine in Deutschland Dutzende von
Vermittlungsagenturen, die euch bei der Planung einer solchen Reise
unter die Arme greifen. Gerade wenn ihr ein solches Abenteuer zum
ersten Mal plant und überhaupt nicht wisst, womit ihr beginnen und wo
enden sollt, ist die Hilfe einer solchen Agentur von Vorteil.
Hier einmal ein grober Überblick über die verschiedenen Leistungen der Agenturen, die ihr für euer Geld bekommt:
| - | Planung der gesamten Reiseroute inklusive aller Flüge und Unterkünfte |
| - | oder nur Buchung des Hin- und Rückflugs |
| - | Beantragung der nötigen Visa und sonstiger Pässe |
| - | Abschließen aller nötigen Versicherungen für das Ausland |
| - | Organisation eines Mitreisendentreffens im Heimatland, um erste Kontakte knüpfen zu können |
| - | Transfer vom Zielflughafen zum Büro der Agentur |
| - | Einführungsveranstaltung vor Ort für erste Eindrücke und Programmablauf |
| - | Bereitstellung eines Informationspakets mit wichtigen Adressen und Büchern zum Thema Work and Travel |
| - | Sightseeing-Tour durch die jeweilige Stadt |
| - | Angebot eines Sprachkurses vor Ort, um die Sprachkenntnisse aufzufrischen |
| - | Organisation einer bezahlbaren Unterkunft für die ersten Tage des Aufenthalts |
| - | Vermittlung von Jobangeboten |
| - | Bereitstellung eines Ansprechpartners, der euch bei Fragen und Problemen weiterhilft |
| - | Büro vor Ort, in dem ihr eure Suche nach geeigneten Jobs starten könnt |
| - | freier Internetzugang in den Büros für die Suche nach Jobs, Unterkünften und Reiserouten |
| - | Aufbewahrung des Gepäcks für einen längeren Zeitraum |
| - | Weiterleiten eurer Post in alle Landesteile |
| - | Angebot günstiger Safaris, Tauchgänge, Raftingtouren und sonstiger Freizeitaktivitäten |
| - | Organisation eines vor Ort funktionierenden Mobilfunktelefons |
| - | Beantragung einer Steuernummer |
| - | Eröffnung eines Kontos |
| - | Vermittlung der Mitgliedschaft in verschiedenen Vereinen (z.B. Jugendherbergen, Backpacker, WWOOF, etc.) |
Dies soll nur ein erster Überblick über die möglichen Angebote sein,
der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die angebotenen
Leistungen variieren je nach Agentur und sind selten komplett im Preis
inbegriffen. Achtet also darauf, was direkt im Angebotspreis enthalten
ist und was ihr noch zusätzlich buchen und bezahlen müsst.
Wie ihr sehen könnt, wird euch gegen Gebühr beinahe die gesamte
organisatorische Arbeit abgenommen. Wenn ihr also unsicher seid, euch
in einem fremden Land ohne Hilfe zurechtfinden zu können, ist die
Inanspruchnahme einer solchen Agentur nur rechtens. Durch umfangreiche
Einführungsveranstaltungen und ständig zur Verfügung stehende
Ansprechpartner seid ihr in keiner Lebenslage auf euch alleine gestellt.
Nachteile der Organisation durch einen Vermittler
Zwar hört sich die Auflistung der Angebotspalette der Agenturen sehr
vielversprechend an, doch natürlich entwickeln sich auch hier einige
Nachteile, die wir aus eigenen Erfahrungen schildern können.
Zunächst einmal schwanken die Preis-Leistungs-Verhältnisse der
verschiedenen Agenturen doch erheblich, sodass man im Vorfeld
genauestens recherchieren sollte, wer für euch das beste Angebot bereit
hält: Manche organisieren euch die gesamte Reiseroute, obwohl ihr das
eigentlich vor Ort lieber spontan entscheiden würdet; andere bieten
euch einen Sprachkurs, der im Preis inbegriffen ist, obwohl ihr die
Sprache schon perfekt beherrscht. Ihr solltet also gründlich
nachprüfen, welche Leistungen ihr in Anspruch nehmen wollt und auf
welche ihr gut und gerne verzichten könnt.
In manchen Fällen hat es sich auch ereignet, dass die angebotenen
Leistungen nicht unbedingt in dem Umfang gewährt wurden, wie zunächst
versprochen. Der Satz „Umfangreiche Jobangebote und Hilfe bei der
Vermittlung“ stellte sich schließlich als ein Schwarzes Brett mit
Adressen von örtlichen Zeitungen heraus. Und der ständig zur Verfügung
stehende Ansprechpartner ist häufig nur telefonisch zu erreichen,
sodass er euch auch nicht immer zur Seite stehen kann.
Wenn ihr noch einmal einen Blick auf die Leistungen werft, werdet ihr
feststellen, dass ihr euch Sachen wie eine Steuernummer, ein Konto oder
ein funktionierendes Handy auch selbst besorgen könnt. Auch die Planung
der Reiserouten sowie die Buchung von Flügen und Unterkünften kann
problemlos in Eigenregie geschehen. Im Zeitalter des Internets muss man
dafür noch nicht einmal mehr weite Wege in Kauf nehmen. Und
Internetseiten, die verschiedene Anbieter miteinander vergleichen,
garantieren euch die günstigste aller zur Wahl stehenden Möglichkeiten.
Die Eigenorganisation nimmt zwar etwas mehr Zeit in Anspruch, kostet
dafür aber auch weniger.
Vorteile der Organisation in Eigenregie
Ein Work and Travel-Aufenthalt in einem fremden Land soll vordergründig
dazu dienen, Lebenserfahrungen zu sammeln und festzustellen, ob man
selbständig genug ist, für einen gewissen Zeitraum ohne Luxus oder
Hilfestellungen über die Runden zu kommen. Kann ich selbst etwas auf
die Beine stellen? Kann ich mir mein Leben in einem fremden Land für
ein Jahr selbständig planen? Wie gehe ich mit unerwarteten Situationen
um? Was mache ich, wenn ich ganz auf mich alleine gestellt bin?
Lässt man sich den gesamten Aufenthalt von einer Agentur
durchorganisieren, fallen viele dieser Punkte schon von Anfang an weg.
Ich übergebe die gesamte Planung einer außenstehenden Organisation, die
den ganzen Tag nichts anderes tut, als solche Work and Travel-Programme
zu planen. Natürlich bin ich so auf der sicheren Seite und kann nur
wenig falsch machen, doch geht da nicht der Reiz des Unbekannten und
die ganze Spannung verloren? Man möchte doch für sich persönlich
herausfinden, ob man einer solchen Anforderung gewachsen ist. Aus
diesem Grund bringt es auch für das spätere Leben einige Vorteile mit
sich, wenn man die Planung einer Work and Travel-Reise in die eigene
Hand nimmt.
Doch nicht nur die psychischen Effekte der Organisation in Eigenregie
hinterlassen ihre Spuren. Auch materiell, und so gesehen physisch, kann
man so viel für die Zukunft mitnehmen: Das ist in erster Linie Geld.
Wofür die Agenturen beinahe ein kleines Vermögen verlangen, kann nach
ein bisschen Internetrecherche auch auf eigene Faust organisiert
werden. Ein passendes Visum zu beantragen ist keine große Sache. Die
entsprechenden Informationen erhaltet ihr immer auf den Seiten der
Botschaft des Landes, in das ihr reisen wollt. Auch eine
Auslandskrankenversicherung abzuschließen ist nicht schwierig. Sprecht
zunächst einmal mit eurer hauseigenen Versicherung bzw. Krankenkasse
und lasst euch von dort aus wenn nötig weiterverweisen. Und die
Recherche nach günstigen Unterkünften und Transportmöglichkeiten ist in
Zeiten des Internets, wo ja nun wirklich die kleinste Firma ihre eigene
Homepage hat, nicht mehr der Rede wert.
Vielleicht werden euch während eures Aufenthalts einige weniger schöne
Dinge passieren – bestimmt werden die positiven Erinnerungen
überwiegen. Vielleicht werdet ihr nach ein paar Wochen nur noch an das
eigene Zuhause denken – diese Phase des Heimwehs wird sich auch mit der
Zeit legen. Und vielleicht seid ihr am Ende doch genauso viel Geld los,
als wärt ihr mit einer Vermittlungsorganisation in das fremde Land
gereist. Doch dann könnt ihr immer noch stolz darauf sein, sagen zu
können: „Ich habe mir das alles selbst erarbeitet und für mein Leben
wertvolle Erfahrungen gesammelt.“
Nachteile der Organisation in Eigenregie
Es gibt Charaktere, die sind schon mit der kleinsten organisatorischen
Planung überfordert. „Ich muss noch zum Friseur, noch ein Geschenk
kaufen, die Wohnung putzen und nächste Woche ist auch die Hausarbeit
fällig – wie soll ich das alles bloß schaffen?“ Wenn ihr euch in dem
Satz wieder erkennt, seid ihr vielleicht nicht unbedingt ein großes
Organisationstalent. Eigentlich fühlt ihr euch in eurer gewohnten
Umgebung am wohlsten, doch damit soll jetzt Schluss sein. Ihr wollt
etwas Neues, völlig Anderes erleben und spielt mit dem Gedanken, einmal
eine Work and Travel-Reise in ein weit entferntes Land zu machen. Eine
gute Idee – doch solltet ihr die Planung dann vielleicht doch lieber
den Profis überlassen.
Sich für maximal ein Jahr in einem völlig fremden Land aufzuhalten, wo
die Menschen sich komplett anders verhalten und auch die Normen und
Regeln völlig anderen Gesetzen gehorchen, ist kein Zuckerschlecken. Da
klappt nicht immer alles auf Anhieb und man muss auch mal eine
Niederlage, wenn es beispielsweise um einen Job geht, einstecken
können. Man muss auch mal in einer eher spärlich eingerichteten Bude
hausen und sich den Bus mit einigen düster aussehenden Gestalten teilen
können. Wer ein solches Abenteuer gerne einmal erleben will, sich die
Organisation aber nicht selbst zutraut, findet Hilfe bei den
zahlreichen Agenturen, die solche Working Holidays in die
unterschiedlichsten Länder vermitteln können. Denn das Organisieren in
Eigenregie erfordert schon einige persönliche Qualitäten.
Die wichtigste Voraussetzung ist ein funktionierender Internetzugang.
Nirgends kann man sich so schnell und einfach die benötigten
Informationen holen wie hier. Die Recherche zu den benötigten Visa,
Versicherungen und sonstigen Dokumenten kann schon einmal mehrere
Wochen in Anspruch nehmen. Außerdem muss ein Flug gebucht, eine erste
Unterkunft gesucht sowie der Jobmarkt vor Ort gecheckt werden. In
welchen Bereichen lässt sich am einfachsten eine befristete Anstellung
finden, die mir auch etwas Geld für die Weiterreise einbringt? Was sind
die günstigsten Möglichkeiten, um von einem Ort zum anderen zu kommen
und wie kann ich die Preise durch Sondertickets und Vergünstigungen
noch weiter drücken? Habe ich einen bestimmten Wunsch, welche Orte ich
unbedingt sehen will und was ist die günstigste Reiseroute? Welche
Voraussetzungen muss ich mitbringen, um einen bestimmten Job ausüben zu
können und welche rechtliche Grundlagen gibt es überhaubt für die
Arbeit in einem fremden Land?
Fragen über Fragen, die möglichst alle im Vorfeld der Reise geklärt
werden sollten. Denn es wäre töricht, sich vollkommen unvorbereitet in
ein Land zu begeben, von dem man im besten Fall noch die Hauptstadt und
den Namen des Regierungschefs kennt. Falls man sich eine solch
umfangreiche Organisation nicht selbst zutraut und Angst hat, vor Ort
ohne Hilfestellung mit wehenden Fahnen unterzugehen, sollte man das
Geld vielleicht doch investieren und sich durch eine der Agenturen
beraten und vermitteln lassen. Denn ein solches Working Holiday soll in
erster Linie Urlaub sein und kein Stress.