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Statistik, 27.05.2012 203 Länder, 3081 Städte 379 Agenturen & Anbieter 5082 Angebote, 367 Erfahrungsberichte |
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Auslandspraktika werden immer beliebter. Die Perfektionierung der
Sprachkenntnisse, chronisches Fernweh, Lust auf Abwechslung oder immer
öfter auch der Druck des Arbeitsmarktes werden als Gründe genannt,
Erfahrungen im Ausland zu machen. Ein Unternehmen mit freien
Praktikaplätzen soll also gefunden werden. Obwohl über das Web auf
schnellstem Wege Informationen über Land, Leute und Firmen einzuholen
sind, türmen sich im Vorfeld für den Bewerber schnell Berge von Fragen
und Bedenken auf. Es beginnt mit der Bewerbungsmappe. Worauf legen die
Entscheidungsträger wert? Wie soll der Lebenslauf aussehen? In welcher
Sprache ist das Anschreiben zu verfassen? Woher soll ich wissen, ob das
von mir gewünschte Unternehmen überhaupt Praktikanten einstellt? Kann
ich die abgesprochenen Praktikumstätigkeiten auch wirklich durchführen
oder werde ich später nur zum Kaffee-Kochen und Kopieren eingesetzt?
Was erwartet mich vor Ort? Wie komme ich zu einer Unterkunft? Wie sieht
diese aus? Und wenn ich trotz unzähliger Bewerbungen keine Zusage
erhalte?
Für viele sind die Risiken, ein Unternehmen eigenständig zu suchen,
einfach zu groß. Sie wenden sich verstärkt an eine der zahlreichen
Agenturen, die gewerblich Praktikanten an ausländische Unternehmen
vermitteln. Durch den wachsenden Bedarf an den so genannten
Work-Experience-Programmen konnte diese noch junge Vermittlerbranche in
den letzten Jahren beständig wachsen. Die Vorteile für den Bewerber
liegen auf der Hand: die aufwendige Suche nach einem Praktikumsplatz
entfällt, die Agentur vermittelt genau in das Unternehmen, das die
Arbeitskraft des Praktikanten in vorher festgelegten Arbeitsbereichen
benötigt. So weit die Theorie. Leider sieht es in der Praxis oftmals
anders aus und es mischen - wie so häufig, wenn es um das vermeintlich
schnelle Geld geht - viele schwarze Schafe unter den Agenturen mit.
Gegen hohe Gebühren werden lediglich Adresslisten verkauft. Auf
individuelle Wünsche wird nur scheinbar eingegangen, die Realität sieht
dann ganz anders aus. Für Probleme, die während des Praktikums
auftreten, fühlen sich viele Agenturen nicht zuständig, etc.
Wie kann ich herausfinden, welche Agenturen seriös arbeiten? Vor der
Kontakt-aufnahme sollten Informationen über die
Vermittlungsorganisation eingeholt werden. Größe, Erfahrung, Ablauf,
Zahlungsmodalitäten, Bedingungen, Ansprech-partner, Referenzen – im
Allgemeinen gilt: je größer und je länger im Geschäft, umso mehr
Kontakte zu Unternehmen besitzt die Agentur und umso seriöser wird
gearbeitet. Außerdem sollte jede Agentur folgende Fragen mit „Ja“
beantworten: Bestehen von Seiten der Agentur persönliche Kontakte zu
den Praktikumsbetrieben? Geht die Agentur auf individuelle Wünsche
bezüglich der Praktikumsinhalte ein? Wird Hilfestellung bei der
Erstellung des Bewerbungs-anschreibens gegeben? Wird von Seiten der
Agentur dafür gesorgt, dass das Unternehmen ein Praktikumszeugnis
ausstellt?
Einer der wichtigsten Punkte, bei dem sich oft die Spreu vom Weizen
trennt, ist der persönliche Ansprechpartner und Betreuer vor Ort. Nur
Agenturen, die im Zielland ansässig sind oder dort zumindest
Verbindungen zu einer Partnerorganisation unterhalten, können einen
Praktikumsbetreuer vor Ort vorweisen. Agenturen, die nur von
Deutschland aus vermitteln, fehlt der genaue Einblick in den Markt.
Kenntnisse über Mentalität und regionale Besonderheiten sind oft nicht
vorhanden. Praktikaunternehmen sollten vom Agenturvertreter persönlich
ausgewählt und besucht werden. Mit den Verantwortlichen im Unternehmen
müssen Inhalte, Aufgaben und Anforderungen besprochen werden, um die
optimale Stelle für jeden Bewerber zu finden. Auch der Aspekt einer
sauberen Unterkunft läßt sich nur mit einem Blick hinter die Kulissen
prüfen. Auf schlecht vorhersehbare Probleme, die in Härtefällen einen
Praktikawechsel nötig machen, kann oft nur vor Ort flexibel reagiert
werden.
Grundsätzlich ist der Gedanke, bei der Praktikumssuche im Ausland die
Hilfe einer professionellen Vermittlungsagentur in Anspruch zu nehmen,
bestimmt richtig. Ob es sich im Endeffekt auch wirklich gelohnt hat,
kann man leider erst hinterher beurteilen. Mit der sorgfältigen Auswahl
der Agentur kann man das Risiko eines Reinfalls zumindest reduzieren.
Autor: Frank Sellingsloh, FU International Academy Tenerife